Gast-Kommentar von Jacqueline Gasché

Auf Facebook habe ich in einer der ID.3-Gruppen einen interessanten Kommentar gefunden, den ich auch hier veröffentlichen darf…

Autorin dieses Postings ist Jacqueline Gasché, die auch seit Anfang Oktober 20 einen ID.3 fährt:

“Seitdem ich ein Elektroauto fahre, bin ich in diversen Gruppen und Foren rund um dieses Thema angemeldet.

Gestern habe ich einen weiteren Beitrag über einen Händler, der seinen Kunden anscheinend davor gewarnt hat, den ID.3 zu kaufen, gelesen.
Möglicherweise verfolgt dieser Händler Facebook-Gruppen, wie die, in denen ich aktiv bin, und es erschreckt ihn zu Tode, all diese Beiträge zu lesen!?
(So geht es mir häufig!)

Offensichtlich gibt es eine Menge Händler, die überhaupt kein Interesse daran haben, EV (=Electric Vehicle) zu verkaufen. Vielleicht liegt es daran, dass…

  • große Mengen bereits gebauter Verbrenner-Autos auf ihren Verkaufsflächen stehen und warten darauf, verkauft zu werden
  • ihre Margen im Moment einfach zu niedrig sind, weil sie so große Rabatte gewähren müssen, um die von der Regierung festgelegten Verkaufszahlen zu erreichen
  • viele Mechaniker ihren Arbeitsplatz einfach nicht verlieren wollen
  • riesige und einflussreiche Mineralölkonzerne weiterhin ihre Kraftstoffe verkaufen wollen
  • die Regierungen nicht auf signifikante Steuereinnahmen verzichten wollen
  • das Verkaufspersonal einfach nicht gut ausgebildet ist oder schlecht bezahlt wird
  •  …

Ich nehme an, diese Liste könnte man um viele weitere Aspekte erweitern. Dies sind nur die ersten, die mir in den Sinn gekommen sind.

Ich bin weiblich, 46 Jahre alt und fahre seit nunmehr 28 Jahren Verbrenner-Autos aller Art. Ich bin ein “Benutzer” – ich benutze mein Auto wie meinen Computer oder mein Smartphone.
Und wenn ich ein neues Smartphone, einen neuen Computer oder ein neues Auto kaufe, muss ich mich daran gewöhnen, es zu benutzen.

Vielleicht gibt es eine Funktion, von der ich nicht erwartet habe, dass sie so funktioniert. Vielleicht sind einige Tasten nicht genau dort platziert, wo ich sie erwartet habe. Vielleicht vermisse ich eine Funktion, die ich auf meinem letzten Gerät geliebt habe.

Aber auf der anderen Seite entdecke ich immer etwas Neues, etwas Großartiges und unglaublich Innovatives, Hilfreiches, Nützliches oder einfach nur Witziges oder Unterhaltsames. Das ist das, was ich daran mag, neue “Gadgets” auszuprobieren.

Nun fahre ich persönlich mein erstes Elektroauto überhaupt, einen ID.3 First “Pro Performance Max“, jetzt seit 05. Oktober 2020. Seitdem habe ich eine Strecke von etwa 2000 Kilometern auf Autobahnen, Landstraßen und im Stadtverkehr zurückgelegt. Und obwohl ich weder zu Hause noch auf der Arbeit eine Wallbox habe, muss ich sagen, dass ich komplett überzeugt bin und nie wieder ein “normales Auto” kaufen werde.

Ich liebe dieses Auto und ich bin glücklich damit, auch wenn es einige Software-Probleme gibt. Ich kenne kaum jemanden, der überhaupt ein E-Auto fährt und um ehrlich zu sein, bin ich froh, dass ich weder dieser noch irgendeiner anderen Gruppe beigetreten bin, kein einziges YouTube-Video gesehen habe, keinen Testbericht oder Zeitschriftenartikel gelesen habe, bevor ich das Auto gekauft habe, denn es hätte mich höchstwahrscheinlich vom Kauf abgehalten, von den vielen Problemen, die die Leute haben, zu lesen und zu hören. Ich habe nur dieses Auto gesehen und wollte es haben.
Ich wusste nichts. Und wenn ich “nichts” sage, dann meine ich NICHTS! Nicht einmal, wo ich auf dem Heimweg von Dresden aufladen sollte. Und somit habe ich auch nicht allzu viel erwartet. Also stieg ich einfach in mein Auto ein und ließ es seine kleinen Wunde auf mich wirken.

Seitdem habe ich viel gelernt, und ein Ende ist nicht in Sicht. Ich habe viel über mein Auto, aber auch über Menschen gelernt. Diejenigen, die sich mit anderen solidarisch zeigen und sich gegenseitig helfen, indem sie hier auf Facebook und anderen Plattformen immer wieder die gleichen Dinge erklären und die gleichen (manchmal sehr banalen) Fragen beantworten.
Diejenigen, die mir gezeigt haben, wie eine Ladestation funktioniert. Diejenigen, die Zeit für Chats, Telefongespräche oder ein kurzes Treffen hatten, um Erfahrungen auszutauschen.

Aber auch diejenigen, die einfach nicht aufhören wollen, zu jammern und sich über ALLES zu beschweren, was nicht so funktioniert, wie sie es erwartet haben. Auch wenn es nur ein einfacher Knopf ist, der anders funktioniert als der Knopf, den sie von ihren alten Autos gewohnt waren.
Einige wissen nicht einmal, dass es möglich ist, Facebook-Posts nach Stichworten zu durchsuchen. Einige haben sich nie die Zeit genommen, die Bedienungsanleitung des Autos zu lesen oder sich ein einfaches, nicht urteilendes YouTube-Video (wie dieses https://youtu.be/VUb1b3aqK6s) anzusehen und erwarten schlichtweg, hier von Anderen unterhalten und unterrichtet zu werden.

Wie auch immer… Mein Punkt ist:
Wir alle befinden uns gerade in der mittendrin (oder viel mehr erst am Anfang) in einem Prozess, der Zeit brauchen wird.
Die kritische Masse wird nicht leicht zu erreichen sein, und viele enttäuschte Pioniere werden auf dem Weg dorthin aufgeben. So ist es bei allen großen technologischen Entwicklungen gewesen, seit Anbeginn der Zeit. Um den Wandel zu vollziehen, müssen wir bereit sein, uns anzustrengen, geduldig und kreativ zu sein. In ein paar Jahren könnten wir (und unsere Kinder) die Glücklichen sein, die in ruhigen Städten leben und viel sauberere Luft als heute atmen. Und dann werden wir diejenigen sein, die diesen Prozess nicht nur begleitet, sondern auch aktiv zu seiner Entwicklung und seinem Gelingen beigetragen haben.
Wir können dann sagen, dass wir echte “First Mover” waren.
Dieser Gedanke gefällt mir sehr gut.

Wer bis hierhin meine Gedanken gelesen hat, dem danke ich ganz herzlich. Es war mir einfach ein Bedürfnis, sie euch mitzuteilen.”

Gast-Kommentar von Jacqueline Gasché

ID.3 Schulungsvideo

Dieses Video ist quasi eine audiovisuelle Bedienungsanleitung des ID.3.

Vom Fahrzeugschlüssel  über die Coming Home Leaving Home-Funktion oder die Fahrprofilauswahl bis hin zur Sprachsteuerung wird (fast) alles kurz, knapp und präzise erklärt.

DIe analoge Bedienungsanleitung ist mit ihren 409 deutschsprachigen Seiten allerdings etwas ausführlicher 😉