ID.3 und das leidige Thema Winterreifen

Update – 27.11.2020:

Autohaus Mönch in Altenahr hat’s vollbracht:  Die Winterreifen sind endlich drauf – der Winter kann kommen!

Und das ist der Reifen: Continental WinterContact TS 850P 215/55 R18 
Die Radkappen gab’s geschenkt dazu…

Update – 24.11.2020:

Dank des Einsatzes von Saskia (ASS) sind meine Winterreifen mit Felgen nun beim einem VW Händler in meiner Nähe, Autohaus Mönch in Altenahr,  und sollen am Freitag gewechselt werden. Die Kosten des Wechsels werden von Volkswagen übernommen.

So schön die Reifen auch sind - leider brauche ich in der Eifel auch Winterreifen...
So schön die Reifen auch sind – leider brauche ich in der Eifel auch Winterreifen…

Habe heute von dem mir zugeteilten VW-Händler – komischerweise ein Autohaus aus Ingolstadt – eine unschöne Info zu den Winterreifen bekommen, die eigentlich bei der Abholung in Dresden am 9. Oktober schon hätten drauf sein sollen – laut Info von ASS am 11. September 20. Ich möchte dieses Problem aber explizit nicht ASS ankreiden – mit ASS bin ich bisher sehr zufrieden. Andererseits stehen die Winterkompletträder im Fahrzeugüberlassungsvertrag (FÜV) mit der ASS drin…

Auf Nachfragen meinerseits bei der netten Dame des Autohauses, die ja nun auch nichts dafür kann, hieß  “dauert noch 5-6 Tage” (3.11.20) oder “Winterräder sind bereits versendet und bis spätestens heute Nachtmittag da” (13.11.20).

Nach mehrmaligem Vertrösten spricht Volkswagen jetzt (20.11.20) aber Klartext:

“Leider kommt es aktuell bei den ID.3 Winterräder zu Lieferschwierigkeiten. Der Grund dafür ist die enorm große Auftragslage, die sich auf Grund der Corona bedingten Schließungen aufgestaut hat. Der Hersteller versucht mit allen Mitteln die Winterräder so schnell wie möglich zu produzieren und an Sie auszuliefern. Wir stehen mit Volkswagen in regen Kontakt, um Ihnen schnellstmöglich die Winterräder zu Verfügung zu stellen. Bei Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.”

Und das ist nun eine sehr blöde Situation, wenn man in der Eifel – sprich  in einem Mittelgebirge – wohnt. Wie stellt sich VW das eigentlich vor?
Soll ich den ID.3 bei Winterwetter einfach stehen lassen und mit dem Taxi zur Arbeit fahren?

So kann's vor der Haustüre aussehen... Und das stell ich mir Heckantrieb und Sommerreifen wenig lustig vor!
So kann’s bei mir vor der Haustüre aussehen… Und das stell ich mir Heckantrieb und Sommerreifen wenig lustig vor!

Denn § 2 Abs. 3 der StVO regelt, dass Kraftfahrer nur dann bei Eis, Glätte und Schnee mit ihrem Fahrzeug fahren dürfen, wenn es die entsprechende Bereifung aufweist, weil Sommerreifen bei Kälte, Eis und Schnee nicht so gut auf der Fahrbahn haften und einen längeren Bremsweg erfordern.
Also riskiere ich – unabhängig von der Gefahr für Leib und Leben – ein Bußgeld, wenn ich mit Sommerreifen unterwegs bin.

Mit Winterreifen würde ich mich sicherer fühlen...
Mit Winterreifen würde ich mich sicherer fühlen…

Was wäre also bei einem witterungsbedingten Unfall? Glaube kaum, dass VW den Schaden dann übernimmt… Und dann gibt’s ja noch die Sache mit der Teilschuld, wenn man im Winter noch mit Sommerreifen fährt.

Insgesamt eine unbefriedigende Situation 🙁

“Liebeskummer an der Ladesäule”

“Denn im Hintergrund tobt eine Auseinandersetzung zwischen Energieversorgern und Betreibern von Ladesäulen… “

Am 4. November 2020 erschien ein interessanter Artikel in der F.A.Z., in dem es um den Ist-Zustand der öffentlichen Ladeinfrastruktur im Verhältnis zur wachsenden Elektromobilität und auch um den Preiswirrwarr an den Ladesäulen Deutschlands geht…

–> “Liebeskummer an der Ladesäule” 

Reichweite und Akku auf 0 – Was ist dann?

Was passiert mit dem ID.3, wenn Reichweite und Akku mal auf 0 sein sollten?

In diesem Video von Nextmove wird getestet, wie viele Kilometer der VW ID.3 „unter 0“ noch fährt. Außerdem beinhaltet das Video Tipps, was es zu beachten gibt, wenn man wirklich mal in den Grenzbereich kommt und es auf einer Fahrt knapp wird.

Strom tanken in Remagen

Während meiner Praktikumsbesuche im Oktober 2020 konnte ich auch die Strom-Ladestation in Remagen testen. Die Lage ist ziemlich zentral und in der Nähe von Bahnhof und der City. Die zwei Ladesäulen sind in der hinteren linken Ecke des Parkplatzes.

Das Laden ist kostenlos, aber man zahlt fürs Parken...
Das Laden ist kostenlos, aber man zahlt fürs Parken…

Infos:

Adresse: Platz an der Alten Post in 53424 Remagen
Betreiber: EVM
Anzahl Lademöglichkeiten: 2
Anschlüsse: 2 Typ 2-Steckdosen (11 kW) 
Freischaltung/Bezahlung:  RFID-Karte (u.a. WeCharge) oder man bekommt eine EVM-Karte am Servicepunkt der EVM oder in der Touristinformation Remagen
Kosten: kostenlos
Parken: kostet
Besonderheit: ziemlich zentral gelegen, kostenlos, aber Parkgebühr!

Also ein Parkticket sollte man sich hier in Remagen unbedingt ziehen. Die erste Stunde ist sogar kostenlos – selbst die Folgezeit wird sehr human berechnet:

2 h – 0,50 €
3 h – 1,- €
4 h – 1,50 €

4 Stunden sind die
Maximalparkdauer

Und ohne kann’s kosten 😉

Initiiert wurde diese Ladestation für Elektroautos, genauso wie auch die Errichtung einer Ladestation für E-Bikes an der Rheinpromenade, durch gemeinsame Anträge von CDU, FBL und SPD im Stadtrat Remagen.

Gast-Kommentar von Jacqueline Gasché

Auf Facebook habe ich in einer der ID.3-Gruppen einen interessanten Kommentar gefunden, den ich auch hier veröffentlichen darf…

Autorin dieses Postings ist Jacqueline Gasché, die auch seit Anfang Oktober 20 einen ID.3 fährt:

“Seitdem ich ein Elektroauto fahre, bin ich in diversen Gruppen und Foren rund um dieses Thema angemeldet.

Gestern habe ich einen weiteren Beitrag über einen Händler, der seinen Kunden anscheinend davor gewarnt hat, den ID.3 zu kaufen, gelesen.
Möglicherweise verfolgt dieser Händler Facebook-Gruppen, wie die, in denen ich aktiv bin, und es erschreckt ihn zu Tode, all diese Beiträge zu lesen!?
(So geht es mir häufig!)

Offensichtlich gibt es eine Menge Händler, die überhaupt kein Interesse daran haben, EV (=Electric Vehicle) zu verkaufen. Vielleicht liegt es daran, dass…

  • große Mengen bereits gebauter Verbrenner-Autos auf ihren Verkaufsflächen stehen und warten darauf, verkauft zu werden
  • ihre Margen im Moment einfach zu niedrig sind, weil sie so große Rabatte gewähren müssen, um die von der Regierung festgelegten Verkaufszahlen zu erreichen
  • viele Mechaniker ihren Arbeitsplatz einfach nicht verlieren wollen
  • riesige und einflussreiche Mineralölkonzerne weiterhin ihre Kraftstoffe verkaufen wollen
  • die Regierungen nicht auf signifikante Steuereinnahmen verzichten wollen
  • das Verkaufspersonal einfach nicht gut ausgebildet ist oder schlecht bezahlt wird
  •  …

Ich nehme an, diese Liste könnte man um viele weitere Aspekte erweitern. Dies sind nur die ersten, die mir in den Sinn gekommen sind.

Ich bin weiblich, 46 Jahre alt und fahre seit nunmehr 28 Jahren Verbrenner-Autos aller Art. Ich bin ein “Benutzer” – ich benutze mein Auto wie meinen Computer oder mein Smartphone.
Und wenn ich ein neues Smartphone, einen neuen Computer oder ein neues Auto kaufe, muss ich mich daran gewöhnen, es zu benutzen.

Vielleicht gibt es eine Funktion, von der ich nicht erwartet habe, dass sie so funktioniert. Vielleicht sind einige Tasten nicht genau dort platziert, wo ich sie erwartet habe. Vielleicht vermisse ich eine Funktion, die ich auf meinem letzten Gerät geliebt habe.

Aber auf der anderen Seite entdecke ich immer etwas Neues, etwas Großartiges und unglaublich Innovatives, Hilfreiches, Nützliches oder einfach nur Witziges oder Unterhaltsames. Das ist das, was ich daran mag, neue “Gadgets” auszuprobieren.

Nun fahre ich persönlich mein erstes Elektroauto überhaupt, einen ID.3 First “Pro Performance Max“, jetzt seit 05. Oktober 2020. Seitdem habe ich eine Strecke von etwa 2000 Kilometern auf Autobahnen, Landstraßen und im Stadtverkehr zurückgelegt. Und obwohl ich weder zu Hause noch auf der Arbeit eine Wallbox habe, muss ich sagen, dass ich komplett überzeugt bin und nie wieder ein “normales Auto” kaufen werde.

Ich liebe dieses Auto und ich bin glücklich damit, auch wenn es einige Software-Probleme gibt. Ich kenne kaum jemanden, der überhaupt ein E-Auto fährt und um ehrlich zu sein, bin ich froh, dass ich weder dieser noch irgendeiner anderen Gruppe beigetreten bin, kein einziges YouTube-Video gesehen habe, keinen Testbericht oder Zeitschriftenartikel gelesen habe, bevor ich das Auto gekauft habe, denn es hätte mich höchstwahrscheinlich vom Kauf abgehalten, von den vielen Problemen, die die Leute haben, zu lesen und zu hören. Ich habe nur dieses Auto gesehen und wollte es haben.
Ich wusste nichts. Und wenn ich “nichts” sage, dann meine ich NICHTS! Nicht einmal, wo ich auf dem Heimweg von Dresden aufladen sollte. Und somit habe ich auch nicht allzu viel erwartet. Also stieg ich einfach in mein Auto ein und ließ es seine kleinen Wunde auf mich wirken.

Seitdem habe ich viel gelernt, und ein Ende ist nicht in Sicht. Ich habe viel über mein Auto, aber auch über Menschen gelernt. Diejenigen, die sich mit anderen solidarisch zeigen und sich gegenseitig helfen, indem sie hier auf Facebook und anderen Plattformen immer wieder die gleichen Dinge erklären und die gleichen (manchmal sehr banalen) Fragen beantworten.
Diejenigen, die mir gezeigt haben, wie eine Ladestation funktioniert. Diejenigen, die Zeit für Chats, Telefongespräche oder ein kurzes Treffen hatten, um Erfahrungen auszutauschen.

Aber auch diejenigen, die einfach nicht aufhören wollen, zu jammern und sich über ALLES zu beschweren, was nicht so funktioniert, wie sie es erwartet haben. Auch wenn es nur ein einfacher Knopf ist, der anders funktioniert als der Knopf, den sie von ihren alten Autos gewohnt waren.
Einige wissen nicht einmal, dass es möglich ist, Facebook-Posts nach Stichworten zu durchsuchen. Einige haben sich nie die Zeit genommen, die Bedienungsanleitung des Autos zu lesen oder sich ein einfaches, nicht urteilendes YouTube-Video (wie dieses https://youtu.be/VUb1b3aqK6s) anzusehen und erwarten schlichtweg, hier von Anderen unterhalten und unterrichtet zu werden.

Wie auch immer… Mein Punkt ist:
Wir alle befinden uns gerade in der mittendrin (oder viel mehr erst am Anfang) in einem Prozess, der Zeit brauchen wird.
Die kritische Masse wird nicht leicht zu erreichen sein, und viele enttäuschte Pioniere werden auf dem Weg dorthin aufgeben. So ist es bei allen großen technologischen Entwicklungen gewesen, seit Anbeginn der Zeit. Um den Wandel zu vollziehen, müssen wir bereit sein, uns anzustrengen, geduldig und kreativ zu sein. In ein paar Jahren könnten wir (und unsere Kinder) die Glücklichen sein, die in ruhigen Städten leben und viel sauberere Luft als heute atmen. Und dann werden wir diejenigen sein, die diesen Prozess nicht nur begleitet, sondern auch aktiv zu seiner Entwicklung und seinem Gelingen beigetragen haben.
Wir können dann sagen, dass wir echte “First Mover” waren.
Dieser Gedanke gefällt mir sehr gut.

Wer bis hierhin meine Gedanken gelesen hat, dem danke ich ganz herzlich. Es war mir einfach ein Bedürfnis, sie euch mitzuteilen.”

Gast-Kommentar von Jacqueline Gasché